Samstag, 3. Dezember 2016

#24kleinefreuden-adventskalender: die 36-stunden-manufaktur

irgendwann im oktober und im größten vor-messe-rummel gondelte ich durch das netz und traf auf einen aufruf zu einem diy-adventskalender bei merle von frau masulzke. das klang verlockend. das klang nach muße und entspannug beim basteln und planen, das klang nach liebevoll gepackten päckchen und 24 mal vorfreude im dezember. kurzentschlossen kommentierte ich und bewarb mich damit, dabei zu sein.





dann passierte erst mal nix. ende oktober schaute ich noch mal genauer in dem blog nach, konnte aber nichts finden. die anmeldefrist war ja schon längst vorbei und anscheinend war ich nicht dabei in der diesjährigen runde - es hatten sich ja einige mehr gemeldet als die benötigen 24 mitstreiter_innen...

doch dann kam eine nachricht über facebook. am donnerstag vor 2 wochen, abends um halb sechs. von merle. wo denn mein paket bliebe...? ich war erst mal ziemlich perplex. um dann kurzerhand mit ihr zu telefonieren. und da kams dann raus: ich war dabei. dummerweise hatte meine mail-adresse einen buchstaben zuviel gehabt bei ihrer mail an alle teilnehmer_innen, war aber auch nicht als unzustellbar zurückgekommen. und so erfuhr ich erst 4 tage nach der deadline, dass ich 23 identische kleine adventsgeschenke hätte basteln sollen (das 24. wäre ja mein eigenes).

das zeitfenster war ja von 4 entspannten wochen auf gerade mal sehr übersichtliche 36 stunden zusammengeschnurrt. denn das paket sollte möglichst am folgenden montag schon vor ort sein und musste am samstag früh zur post. lena (die beste kreativpartnerin, die man sich wünschen kann) unterstützte mich an jenem donnerstagabend von der ferne mit einer menge toller pinterest-links und vorschlägen, was man alles so hübsches kleines & dazu weihnachtliches basteln könnte. und ich dachte fieberhaft nach, was sich überhaupt noch 23x basteln ließ - ohne große trocknungszeiten oder viele arbeitsgänge und welche materialien sich zudem noch ausreichend besorgen ließen (es durfte zudem nichts zerbrechliches oder eßbares sein).

am freitag nachmittag, nach der arbeit, zog ich also los und kaufte ein:

  • 24 kleine packpapiertüten
  • 15 bögen seidenpapier
  • 90 kleine holzkugeln
  • 25m rot-kariertes band
  • je 2.000 rote und weiße bügelperlen

masking-tape, weihnachtliche stempel, stempelfarbe, ein bügeleisen und backpapier hatte ich zu hause.

um 18:45h konnte ich dann endlich loslegen (und viel durfte jetzt nicht mehr schiefgehen):
drei weihnachtliche anhänger sollten es werden: ein herz, ein stern und eine schneeflocke. schlicht in rot bzw. weiss und sowohl für den weihnachtsbaum, aber auch als geschenkanhänger zu verwenden. die prototypenerstellung zeigte, dass ich pro set ungefähr 12 minuten brauchte (alle drei formen legen, bügeln und beschwert auskühlen lassen (damit sie sich nicht verziehen) während ich die nächsten formen legte). machte also insgesamt 4h 36 min reine produktionszeit. dazu kam noch: bänder und perlen dran fummeln, in seidenpapier packen, tüten bestempeln, tüten packen, zukleben und bänder an die tüten fummeln, in einem großen karton sicher verpacken und für den versand fertig machen.

als ich um 1:50h sehr müde und etwas durchfroren ins bett kroch (der mann schlief schon friedlich, nachdem er mich zuvor getreulich angefeuert hatte), standen 23 identische gepackte tüten auf dem küchentisch. alles weitere hatte ich auf samstag früh verschoben.





7 stunden schlaf und einen starken kaffee später bekam jede packpapiertüte noch ein bändchen zum aufhängen. alle wurden nochmal penibel durchgezählt und anschließend sicher im karton verstaut, das ganze ausgestopft und versandfertig gemacht. 
und als ich dann um halb 12 beim reifenwechseln war, befand sich mein #24kleinefreuden-paket auch wirklich und wahrhaftig auf seinem weg in den norden zum umpacken, um dann eine woche später wieder bei mir zu landen. diesmal mit 24 ganz unterschiedlichen päckchen & tüten bestückt.



und während nun heute alle anderen meine packpapiertütchen aufmachen (und ich hoffe, sie haben spaß und freude an den anhängern), habe ich für heute eine überraschungstüte in meinem kalender (wie jede andere auch an "ihrem" tag). 
an dieser stelle ein ganz herzliches dankeschön an merle und undine für die idee und die organisation, starke nerven und durchhalten (denn mein paket war noch nicht mal der allerletzte nachzügler):
der diy-adventskalender ist etwas ganz besonderes und macht mir wahnsinnig viel spass - auch wenn er mich 36 stunden sehr auf trab gehalten hat.


Sonntag, 27. November 2016

skelter, die zweite

ich habe meine mütze verloren. also eine von den diversen, die ich besitze. allerdings sind es nicht so viele, dass es nicht auffallen würde, und dazu war es noch eine von den neueren, die ich echt gern hatte. blöd das. aber die versierte strickerin hilft sich dann eben flugs selbst und strickt einfach noch mal.  



es war irgendwann im letzten frühjahr, als ich meine skelter vermisste. sie war mir seit dezember eine prima begleiterin gewesen: warme ohren, guter sitz und auch farblich immer prima einzusetzen. ich räumte also alle möglichen und unmöglichen taschen aus und um, schaute in der schublade mit den mützen noch mal extra genau nach (und auch in allen anderen), aber es blieb dabei: weg. nicht aufzufinden. oder etwa verloren? das rätsel um ihren verbleib ist immer noch nicht gelöst. allerdings hatte ich recht schnell beschlossen, dass ich eine ersatz-skelter brauche. 



da jedoch nichts langweiliger ist, als dieselbe anleitung noch mal zu stricken und dann auch noch in der derselben farbe, wollte ich etwas abwechslung haben. statt genêt / grün sollte es diesmal eine neutrale farbe sein. das hätte zudem den vorteil, dass ich skelter I (so sie doch noch mal auftauchen würde) dann auch weiterhin gut tragen könnte und dann eben nicht zwei auch noch farblich identische mützen habe. beim wollfest in hamburg nutze ich dann die gunst der stunde und suchte mir bei marion und steffi (yarnover berlin) ein frisches knäuel gilliat von de rerum natura in der schönen farbe sel aus - ein gräuliches wollweiß.



im oktober habe ich dann kurzentschlossen angeschlagen. dank meiner notizen hier im blog und auf ravelry war die frage der nadelstärke und der zu strickenden größe einfach zu klären. dagegen waren sie einfach zu lakonisch, wie genau ich in der höhe verlängert hatte. da musste ich die reihen dann doch anhand eines alten fotos auszählen und trotzdem einmal ribbeln. was wieder mal beweist, das man gute notizen nicht vernachlässigen sollte (auch wenn man, wie ich, glaubt, dass man sich sowieso alles merken kann (nein!) oder es sowieso nie wieder brauchen würde (ebenfalls eher nein)). 

diese skelter-version trage ich nun erst mal mit pinker kunstfellbommel. das sel kann ein bißchen farbe gut vertragen, wie ich finde (vielleicht geht die mütz dann auch nicht so schnell verloren...).


skelter von woolly wormhead, größe/umfang 20 inch, ca. 90g gilliatt (100% merino) von de rerum natura, col. sel, nadel #4, gestrickt vom 12. oktober - 18. november 2016.

Sonntag, 20. November 2016

alles kann, nichts muss - linstow zum vierten

seit inzwischen vier jahren bedeutet der november für mich auch immer stricken in linstow. dieses mal konnte ich es kaum erwarten, endlich loszufahren. fünf tage mitten im nirgendwo in bester strickgesellschaft mit viel zeit. alles kann, nichts muss.




bevor ich allerdings am mittwoch morgen mit rollkoffer, stricktasche und frischem kaffee auf dem bahnsteig am frankfurter hauptbahnhof stand, galt es am dienstag noch eine ihk-prüfung zu bestehen. und es lag sicher auch an all den guten wünschen, die mich auch hier erreichten, dass alles ganz hervorragend lief. ganz lieben dank dafür! umso entspannter und wohlverdient waren somit meine linstow-tage.





eigentlich bin ich gar nicht so der mensch, der immer wieder an dieselben orte fährt. doch bei fanø und linstow ist das anders. an beiden orten ist es inzwischen immer auch ein bißchen wie nach hause kommen. und ich freue mich schon vorher auf liebgewonnenes: die gemütlichen sofas und liebgewonne strickgefährtinnen, das licht, der raureif auf den blättern und den letzten rosen, die klare luft. dazu kommt dann immer wieder neues, das es zu entdecken gibt. diesmal kaninchen, ponys und immer wieder besondere strick-projekte: ich habe wunderschöne building blocks shawls von westknits gesehen, mit ganz tollen heavenly pullis sowie wunderschönen surf (ahoi)-pullovern von ankestrick geliebäugelt. 

auch nach 5 tagen hat man von linstow einfach noch nicht genug - jetzt müssen ein jahr lang wieder bilder reichen...















zum stricken habe ich das langzeit-pullover-projekt eingepackt, das nun endlich (endlich!) 2 ärmel, dafür aber den bislang gestrickten körperteil komplett eingebüßt hat. aber zu weit ist zu weit, da hilft alles nix. für die zugfahrten gab es noch socken und eine mütze. kleine projekt, die unkomplizierter sind und auch mal flugs in die handtasche passen, wenn es ans umsteigen geht.


und inzwischen wird hier sogar mal wieder das eine oder andere fertig: der schal fürs leben, meine neuen pairfect-socken und die neue skelter-mütze nämlich. letztere soll diese woche noch eine farbige kunstfellbommel bekommen. dann stelle ich sie euch hier noch mal genauer vor. heute habe ich den richtigen moment mit genug tageslicht für neue fotos einfach verschlafen...dafür bin ich nun putzmunter für den wiesbadener tatort heute abend. allerdings ohne socken zu stricken. ich hab hier noch eine mütze in den letzten zügen ;)

Sonntag, 6. November 2016

spätherbstzeiten & ein schal fürs leben

der goldene spätherbst hier macht wahnsinnig lust aufs stricken. dummerweise steht mir aber diese woche noch eine prüfung ins haus (fortbildung bei der ihk), weshalb ich aktuell mehr lehrbücher, prüfungsaufgaben und karteikarten wälze, als die stricknadeln schwinge. blöd ist das, allerdings bin ich auch ein bißchen stolz auf mich, dass die projekte gerade ziemlich brach liegen und ich meine rare lernzeit auch wirklich nutze - immerhin ist am dienstag dann wohl alles überstanden. bis dahin muss ich mich eben einfach so freuen über das indian-summer-gefühl hier vor der haustür.




passend zu den wunderschönen herbstfarben hier in der natur kommt auch der diesjährige schal fürs leben daher, den die brigitte und lana grossa bereits zum dritten mal für die spendenaktion save the children entworfen haben. mit orange, curry-gelb, smaragdgrün, nougat-braun, dunkelblau, wollweiß und grau sowie quer gestrickt ist er ein prima herbst-begleiter für männer, frauen und auch - in der optionalen kleinen variante - für kinder.


vor etwa 2 wochen hat mich lana grossa angeschrieben, ob ich denn nicht als bloggerin bei der aktion mitstricken möchte. ich hatte mir die bisherigen aktionen 2014 und 2015 schon angeschaut, aber noch nie mitgestrickt. die schals fand ich dabei immer schön und auch die idee dahinter fand ich immer gut. allerdings habe ich mich mit dem preis für das strickpaket und der aktion selbst schwer getan. warum nicht einfach nur so spenden?

seit letztem jahr läuft es nun etwas anders: statt der ursprünglichen 5€ werden nun 10€ vom preis als spende weitergegeben. ein guter schritt, wie ich finde. dazu kommt, dass die aktion durch den allgegenwärtigen stricktrend dann doch eine immer breitere masse erreichen kann und das auch tut. und diese aufmerksamkeit schafft es vielleicht, vor allem in den aktuellen zeiten, dass wir alle uns dann doch mal vergegenwärtigen, wie gut es uns geht und dass wir es in der hand haben, zu helfen und auch etwas zu ändern. 

ich habe also zugesagt und zwei tage später kam schon das strickpaket hier an. 
es enthält neben 9x50g ragazza lei (ein dochtgarn aus 100% schurwolle) von lana grossa in 7 farben auch eine knitpro-stricknadel aus bambus (#10 - die sich erstaunlich gut strickt), eine anleitung und ein pinkfarbenes label mit brigitte-"b". 
gestern abend habe ich mir beim gemeinsamen fernseh-abend mit dem mann das ganze vorgenommen. mit dicker nadeln und kraus rechts geht es wirklich flott von der hand. ein bißchen gewöhnungsbedürftig war es lediglich, bei jeder reihe die farbe zu wechseln und dabei an beiden seiten lange fäden hängen zu lassen. später werden die dann zu fransen verknotet. spart das vernähen und macht ja auch sinn beim quer stricken. 

inzwischen fehlen nur noch 5 reihen. das wird also noch was werden heute abend. und dann bin ich bereit für die angekündigten kalten tage und den aktionstag am 10. dezember. an diesem tag der menschenrechte sollen die schals nämlich gestrickt und bereit sein. sichtbar auf den strassen und in den social-media-kanälen - als zeichen der solidarität und gegen den krieg. und wer weiß, vielleicht kann so ein schal doch etwas bewirken...



mehr informationen rund um die aktion:

zur aktion bei save the children
info-seite bei brigitte.de
bezugsquellen für das strickpaket
anleitung zum nachstricken

lana grossa hat mir das strickpaket kostenlos zur verfügung gestellt. vielen dank dafür - absprachen oder forderungen waren damit nicht verbunden. da ich aber die aktion gut finde, habe ich kurzerhand meine spende einfach privat losgeschickt.

Donnerstag, 27. Oktober 2016

socktober - socken | frische farben von arne & carlos

die ersten socktober-socken gabs hier bei der wollbindung schon 2006. zwischenzeitlich war diese schöne tradition ein wenig eingeschlafen, wie überhaupt auch meine sockenproduktion deutlich gesunken ist (die letzten habe ich vor 11 monaten gestrickt!). es war also wieder höchste zeit.




passend dazu stand hier auch die buchmesse ins haus, die immer einen haufen arbeit und lange tage mitbringt sowie entsprechend ein extrem unaufgeregtes gestrick erfordert. eines, das für die bahnfahrten morgens und abends klein & transportabel ist und zudem vollkommen ohne hirn zu stricken. da sowohl das pulli- als auch mein deckenprojekt sind dafür schon zu groß und/oder eben zu kompliziert, war es die perfekte zeit für für socktober-socken. ganz schlicht aus dem knäuel und mit farbleitsystem. einfacher gehts nicht.
UND
gerade richtig dafür hatte mir tanja ein knäuel aus der nigelnagelneuen regia pairfect-kollektion von arne & carlos mitgebracht.

seit ihren julekuler bin ich nämlichgroßer arne und carlos-fan. vor fünf jahren habe ich nicht nur viele, viele julekuler gestrickt, sondern die beiden sogar auf der buchmesse getroffen. das war toll und einfach was besonderes - ich mag sie und ihre ideen.

seit heute gibt es nun neues von ihnen aus der pairfect-reihe von regia in den läden.

(c) schachenmayr / MEZ GmbH
pairfect, das sind die sockenwoll-knäule mit dem gelben anfangsfaden von regia, die es schon in vier editionen gibt. ich bin ja immer fan von streifen und auch die dégradé-farbverläufe gefallen mir sehr gut. 
arne & carlos, die norwegermuster immer wieder neu und überraschend umsetzen, z.b. auf gestrickten weihnachtskugeln oder ostereiern - oder eben auch auf sockenwolle, haben nun die neue pairfect-edition gestaltet, die tolle farben, blockstreifen und ein bißchen norwegermuster mitbringt. aus jeweils einem knäuel lassen sich zwei identische socken stricken und damit man im farbrapport auf immer den richtigen anfang findet, ist der mit einem knallgelben farbabschnitt gekennzeichnet. für alle, die es noch nicht kennen oder sich vorstellen können, habe ich hier die erste edition auch schon mal genauer gezeigt: stricken im auftrag der marktforschung



während der buchmessenwoche habe ich also ganz entspannt im zug meine socke gestrickt. glatt rechts und vollkommen unaufgeregt. für die zweite hat die messezeit nicht ganz gereicht, aber das sollte noch klappen im oktober. und dann habe auch ich wieder ein paar richtige socktober-socken.


seit heute ist die regia pairfect design line by arne & carlos nun auch im fachhandel erhältlich, wie es immer so schön heißt. ich habe mein knäuel von schachenmayr zur verfügung gestellt bekommen. vielen dank dafür - absprachen oder forderungen waren damit nicht verbunden.

Samstag, 15. Oktober 2016

wollbindung - das blog aus dem vorort

stricken ist ja ein sehr ortsunabhängiges hobby (das ich aus genau diesem grund so sehr schätze), und so spielt wiesbaden und mein zuhause auf dem sommerberg hier im blog nur selten eine rolle. heute ist das mal ein bißchen anders, denn: die wollbindung wurde diese woche in der vorort-beilage des wiesbadener kuriers vorgestellt. online goes print. 


von der ersten anfrage bis zur veröffentlichung dauerte es nur knapp 2 wochen und seit mittwoch ist der artikel nun online. leider habe ich den print-artikel noch nicht, aber die schwiegereltern bekommen immer sonntags die zeitung vom nachbarn und wissen schon bescheid, dass sie die für mich aufheben sollen. 

damit ihr sehen könnt, was aus meinen e-mail-antworten auf die fragen der redakteurin ("es ist kein Interview, dennoch bitte zitierfähig antworten, damit ich im Artikel O-Töne von Ihnen verwenden kann – vielen Dank") geworden ist, packe ich erstere hier unten einfach mal rein - und ja, ich kann auch groß- und kleinschreibung ;) - und zum artikel gehts hier entlang (und noch ein dickes danke an rainer eidemüller, der das foto freigegeben hat!):

Wiesbadener Kurier / VorOrt: Schnaps aus Tannenzapfen, Pflanzenschnitt und Strickmuster: Aus den Vororten kommen Blogs über Skurriles, Alltägliches und Nützliches
Wann und wie sind Sie zum Bloggen gekommen?
Über den Jahreswechsel 2005/06 lag ich flach. Einer dieser besonders fiesen Kinderviren hatte mich erwischt (und sollte mich auch noch fast einen Monat beschäftigen). Also verbrachte ich viel Zeit im Bett und (ganz neu damals) kabellos im Internet. Dabei beschäftigte ich mich auch mit der Planung eines möglichen nächsten Strickstücks. Und so kam eins zum anderen: ich entdeckte die ersten Strickblogs für mich, englischsprachige Anleitungen, die auch online verfügbar waren und all die Stricker_innen im weltweiten Netz, die sich in Foren oder über Mailinglisten austauschten. Das war eine richtige Offenbarung, denn bis dahin habe ich nur zuhause und für mich gestrickt und hatte auch keine Idee, dass es online so viel und ganz neue Möglichkeiten und Anregungen gab. Ende Januar 2006 wurde dann die Wollbindung aus der Taufe gehoben. Das war eigentlich dann nur noch ein letzter kleiner Schritt. Dass mich das Blog so lange begleiten würde – inzwischen sind es ja schon über zehn Jahre – hätte ich aber damals auch nicht gedacht.


Was ist Ihre Motivation? Was spricht Sie am Bloggen an?


Die Wollbindung habe ich lange als mein Strickjournal definiert. Hier halte ich fest, welches Projekt mich wann und wie beschäftigt hat, um später auch immer mal wieder nachsehen zu können, welche Nadelstärke, welches Garn oder welche Anleitung ich verwendet habe. Inzwischen gibt es dafür ganz andere Möglichkeiten (zum Beispiel ravelry.com) und das Blog hat sich entsprechend weiter entwickelt.
Ich betrachte das Schreiben der Beiträge auch immer als Fingerübung; aber auch die immer neuen Möglichkeiten der Fotografie und der Bildbearbeitung (mit neuen Devices und Apps) als spannende und tolle Möglichkeiten kreativ zu werden und vieles im Blog einfach auszuprobieren. Das Thema „Stricken“ ist dabei der rote Faden oder auch die Basis. Dazu kommt der Austausch mit Lesern und anderen Stricker_innen über die Kommentare, die persönlichen Kontakte über die Social Media Kanäle oder bei Konferenzen und Barcamps. Bloggen verbindet, auch wenn die Themen ganz unterschiedliche sind.


Wie oft bloggen Sie? Wählen Sie die Themen innerhalb des Genres willkürlich oder sind sie durchgeplant?


Aktuell hat es sich eingespielt, dass ich meist sonntags blogge. Da habe ich Zeit für den letzten Schliff am Text und auch tagsüber Zeit für die Fotos, da ich dafür Tageslicht brauche. Unter der Woche komme ich kaum zum bloggen. Da schreibe ich höchstens mal einen Beitrag vor, notiere Ideen oder stricke…

Ein durchgeplanter Redaktionsplan ist nichts für mich. Da sich die Wollbindung größtenteils um mein Stricken dreht, bestimmen meine Projekte und Erfahrungen, aber auch meine Strickausflüge oder –erlebnisse die Inhalte. Und dabei spielen Lust und Laune einfach eine große Rolle.


Veröffentlichen Sie Ihre Texte auch woanders?



Nein.



Welches war Ihr bislang erfolgreichster Artikel?

Mit Abstand und auch kurioserweise ist das ein Artikel über das Schwabsburger Wollfest aus dem Jahr 2012

Wie zeitintensiv ist das Bloggen?


Schwer zu sagen. Beim Schreiben und Fotografieren gibt es gute Tage und solche, an denen es einfach nicht läuft. 1-2 Stunden pro Blogpost würde ich aber mindestens einplanen, ohne Strickzeit ; ) Dazu kommt dann noch die technische und inhaltliche Pflege der Social Media Kanäle und generell ein bisschen Zeit für die Administration & Kontaktpflege.


Gibt es ein Thema, über das Sie unbedingt noch bloggen wollen (kann natürlich auch außerhalb Ihres Genres sein)?



Nichts Geplantes. Aber neue Strick-Ideen und Woll-Themen gibt es immer wieder…

Darf ich fragen, wie alt Sie sind, was Sie hauptberuflich machen und seit wann Sie in Frauenstein leben? Und: haben Sie schon mal über Frauenstein gebloggt? 


41 Jahre alte Marketing-Managerin (Buchbranche) in Frankfurt am Main. Außerdem gelernte Buchbinderin (Handwerk) und Buchwissenschaftlerin, M.A.
Nach dem Studium in Mainz und einer anschließenden kurzen Stippvisite in München wohne ich seit Ende 2004 in Wiesbaden, der Liebe wegen. 2008 habe ich den Wiesbadener dann auch geheiratet, und seit Sommer 2015 wohnen wir nun in Frauenstein.
 Weil man von Frauenstein aus so prima ins Rheingau gondeln kann, gibt es ein frisches kleines Blog von meinem Mann und mir dazu: wisper.rocks. Und da gibt es sogar einen Beitrag über den Ortseingang von Frauenstein. Da stehen nämlich ab und zu Schafe (Bilder von mir, Text von Huck Haas).

Montag, 3. Oktober 2016

yarncamp, das dritte

nachdem das letzte wochenende einfach ausfiel wegen fortbildung, bot das aktuelle (lange) wochenende beste entschädigung: es war yarncamp-zeit in frankfurt! zwei tage voller sessions rund ums stricken, häkeln und alle artverwandten themen sowie endlich ein wiedersehen mit lieben freund_innen & neuen bekanntschaften, zeit zum schwätzen und viel neuen ideen.

blick von aussen
und ich hatte es es echt nötig. das strickmojo lag hier sowas von brach. irgendwie ist grad alles zu kompliziert oder untransportabel (oder beides), um während des pendelns zu seinem strickrecht zu kommen. die züge sind zu voll oder ich einfach zu k.o.
nun aber, nach 24h yarncamp, fühlt es sich wieder richtig an. ich hab lust auf altes und neues, hab tollen input bekommen zu häkelloops und den verschiedenen ansätzen beim tuchdesign, ich hab das yarncamp-tuch von tanja angestrickt, ein bißchen ins 2-farbige patent geschnuppert und werde nun versuchen, mal wieder besser zu fotografieren. 

besonders gefallen hat mir dabei claudias/himawari knits session zum thema tuchdesign, da ich wahnsinnig gerne tücher stricke, aber auch einige exemplare habe, die ich selten oder gar nicht trage. 
sie hatte eine menge tücher dabei, hat verschiedene formen und deren tücken im alltag vorgestellt. denn was macht man mit dem schönsten tuch, das dann doch immer wieder von den schultern rutscht oder doch nicht lang bzw. groß genug ist? inzwischen habe ich zwar meine persönlichen favoriten und formen, die ich sowohl gerne stricke als auch trage. dennoch passiert es, dass ich mich von einer anleitung so beeindrucken lasse, dass ich  nicht mehr darüber nachdenke, ob die tuchform für mich passt. so ein umfassender überblick wie in der session hilft da noch mal mehr für sich selbst das richtige zu finden.

ebenfalls ein highlight war die session zum yarncamp-tuch von tanja steinbach. eine premiere beim yarncamp und eine tolle idee, denn das passende garn (100g merino extrafine 285 lace von schachenmayr) inkl. nadel war im goodie-bag enthalten, so konnten alle die wollten direkt loslegen. das beste daran: genau die richtige form für mich, da es eine langgezogene bogenform hat, die in der mitte nicht zu tief ist ;)


das garn zum yarncamp-tuch

schon mal probe tragen...

am sonntag hat dann kathi/my-ling noch mal ihre session vom samstag wiederholt: strickstücke fotografieren. ihre tipps hat lena/nala verstrickt perfekt bei instagram festgehalten (klick), und ich habe für mich anregungen mitgenommen, wie ich aus den möglichkeiten hier mehr machen könnte für meine fotos. 


fachgespräche bei der fotografie-session

zuletzt habe ich noch ganz spontan mit rebekka/queens handmade und volker/auch in pink eine session für blogger gehalten, die sehr viel spass gemacht hat. es ging ein bißchen um rechtliches, blog-technik und wie man sich organisieren kann. und: wir hatten großartige teilnehmer - vielen dank noch mal.

zwischendrin habe ich kaffee gekocht, beim abräumen und essen aufbauen geholfen und endlich, endlich mal zeit gehabt für kurze und lange schwatze sowie wiedersehen (katha!) und austausch mit vielen stricker_innen. irgendwie hat so ein yarncamp auch immer etwas von einem großen stricktreffen.


mehr fachgespräche
schön wars, entspannend und es hat viel spaß gemacht. julia/the cookingknitter, lutz/maleknitting, rebekka/queenshandmade und sarah haben (wieder) ein richtig tolles yarncamp auf die beine gestellt und ich würde mich freuen, wenn wir uns im nächsten oktober in frankfurt wiedersehen! vielen dank 


das team: sarah, lutz, julia, rebekka (v.l.n.r.)
und weil so ein barcamp ohne die sponsoren einfach nicht stattfinden kann, hier noch die liste und ein dankeschön an:
schachenmayr, prym, lana grossa, loveknitting, dortex, myboshi, stash2go, blv, knitpro, we are knitters, kreativ/messe stuttgart, addi, hessnatur, christopherus verlag, emf-verlag, maschenwahn, oz-verlag, haupt verlag, stricken.de, dpunkt verlag, oreilly verlag, blende28, chris bodner & david wasser.

UND NOCH WAS IN EIGENER SACHE

während der how to blog-session ist mir aufgefallen, dass meine blogroll in der sidebar fehlte. die friends & favorites waren einfach weg. das sollte auf keinen fall so bleiben und deshalb habe ich noch gestern abend wieder die ersten links zusammengetragen. nur: da fehlen noch welche, die ich noch aus meinem feedreader fischen muss oder ihr helft mir hier und kommentiert flugs, damit ich euch schneller wiederfinde - vielen dank!