Montag, 17. November 2014

neues von arne & carlos






sie haben es wieder getan: arne und carlos, die beiden jungs, die ich seit ihren julekuler so toll und kultig finde. gerade ist bei topp ihr neues buch rausgekommen: norgestrikk - pullover und accessoires in traditionellen mustern. wie bereits die vorgänger zeichnet sich das buch auch diesmal durch viele, schöne fotos und collagen aus, die zeigen, wo die beiden ihre inspiration beziehen: alte postkarten, fotos, mustersammlungen und magazine. die bilder im buch sind wahre schatzkästlein mit so vielen liebevollen details. ich liebe es, darin zu schmökern.

dieses mal beschäftigen sie sich mit der stricktradition des setesdal (zum wikipedia-eintrag), ein tal in norwegen, in dem auch arnes großmutter lebte. und klar, dass es da vor allem um norwegermuster geht. aber auch ein bißchen lace (oder auch: ajour) ist dabei (das wurde traditionell bei strümpfen verwendet), ein projekt in patchwork-technik und ein bißchen doppelstrick.

fair isle oder eben auch norwegermuster sind mir als strickerin immer noch ein bißchen suspekt. zwar habe ich schon diverse julekuler gestrickt, aber so richtig im griff habe ich die technik einfach nicht. und ich scheue mich noch ein bißchen davor, größer einzusteigen.

eine meiner fair-isle-meisterinnen ist ja angela mit ihrem blog, die immer sie tollsten muster und farben kombiniert, teilweise ihr material selbst spinnt und das ganze mit einer leichtigkeit und professionalität strickt, die mich immer nur noch staunen läßt. da ist hier aber noch eine ganze menge luft nach oben.

nichtsdestotrotz musste ich das buch aber haben (und vielen dank an topp, die es mir als rezensionsexemplar zur verfügung stellten), denn wer weiß, wann hier mal der norwegerknoten platzt und wie schon gesagt, ist es schon als inspirations- und schmökerquelle ganz großartig. in neun kapitel werden neben dem verwendeten material und traditionen auch die verschiedenen ideen hinter den einzelnen projekten gezeigt: da gibt ein gewebter wandteppich die idee zu den handschuhen oder die traditionellen muster von lace-strümpfe werden zu einem cowl.

allerdings gibt es keinen technik-teil zum fair isle-stricken, da sollte man also schon so seine eigenen erfahrungen haben und leider, leider hat ausgerechnet der lace-cowl keinen chart (das fände ich persönlich besser, denn ausgeschriebene muster kann ich nicht leiden).

somit ein wirklich schönes buch, dass sich mehr an stricker mit erfahrung richtet, denn an anfänger. oder eben an die arne-und-carlos-fans, wie ich einer bin. ach ja und: der nächste streich der beiden ist schon in planung: haussschuhe!

norgestrikk. pullover & accessoires in traditionellen mustern. von carlos zachrison und arne nerjordet, 144 seiten. frech, 2014. 16,99 euro. isbn: 978-3-7724-6369-3

Sonntag, 16. November 2014

mit tollen farben gegen den grauen november: besuch im wollfaktor-atelier








seit ich im märz bei michaelas tag der offenen tür war, freue ich mich über jede gelegenheit in die nähe ihrer garne zu kommen. und besonders schön war das ganz private treffen in hamburg beim wollfest, nur so als strickerinnen und wollliebhaberinnen. da erzählte sie schon von der idee eines wollfaktor-ateliers, das einmal im monat die tore öffnet. wolle live statt nur online, sowas ist immer toll.
im oktober war es dann soweit, nur leider war ich da mit der buchmesse beschäftigt und ich konnte leider nicht. aber für den november habe ich es mir fest vorgenommen, dick im kalender eingetragen und alle widrigkeiten rigoros in den harz gekickt.
zwar stand hier am freitag noch der geburtstag einer guten freundin an und ich war nach einer fürchterlichen bürowoche ziemlich durch, aber dennoch fand ich die aussicht auf wolle in kölle viel verlockender als samstags schnöde auszuschlafen.
und besonders gefreut hat mich zudem, das lena samt f2 (der junge herr, der diese jahr mit den hosen bestrickt wurde) mit von der partie waren. wir packten uns morgens um halb neun also mit kind, wolle, bester laune und einem wochenendticket in die regionalbahn, genossen graue rheinsichten mit burgen und schiffen (und verpaßten - wie immer - die loreley. ich verpasse immer die loreley), strickten, bespaßten unseren quotenmann und hatten endlich mal wieder ausgiebig zeit zum quatschen.
vom kölner hauptbahnhof zum wollfaktor atelier ist es nur ein 2-stationen-sprung mit der s-bahn und michaela hatte sogar kuchen gebacken für ihre besucher. und die leuchtenden farben auf den tollen garnen bei ihr waren das beste kontrast- und wellness-programm zum grauen november vor der türe.
wir stöberten also in regalen und auslagen, ließen uns von den modellen vor ort gleich inspirieren, freuten uns über das kennenlernen (michaela und lena) und über das wiedersehen (michaela und ich und rebekka aus aachen kam sogar auch noch vorbei) und hattens einfach großartig. es wurde wolle gewickelt, kaffee getrunken und farben bestaunt und die zeit veging einfach viel zu schnell.
um 16h packten wir uns dann wieder in den zug und zockelten rheinaufwärts gen heimat. ganz vollgesogen mit tollen farben & ideen und wunderbare wolle im gepäck: bei mir durften 100g grau-beige (greige) luna mit für einen lujain (ich liebe diese qualität mit 45% seide seit dem be my angel) sowie einmal nana xl (150g!) in einem tollen russischgrün.

nach solchen "wolltagen" fühle ich mich immer ganz ausgeglichen und einfach gut. besonders schön ist es, einfach zeit für das beste hobby der welt zu haben und sich mit leuten auszutauschen, die diesselben leidenschaften pflegen. und ich glaube ja auch, dass f2 seinen spaß hatte. der robbte fröhlich durchs atelier und bestaunte mit uns all die schönen dinge.

kann ich also nur empfehlen:


Sonntag, 9. November 2014

der kleine blaue

zuggestrick

yak an rose

mittendrin im gestrick

vor fast drei jahren habe ich schon mal den petite facile pullover für die kleine tochter einer freundin gestrickt. vor fast zwei jahren bekam eine andere freundin ebenfalls ein kleines mädchen und jetzt endlich bekommt auch diese kleine dame ihr willkommensgestrick. manchmal dauert es einfach länger. 
für den winter ist der kleine pulli perfekt: ich mag die unaufgeregte kombination aus glatt und kraus rechts, das stricken in einem stück von hinten nach vorn und dazu verkürzte reihen für die passform. zu guter letzt müssen nur noch die seitennähte geschlossen werden, alles andere passiert bereits während des strickens. 
wie auch schon bei der ersten version 2012 stricke ich wieder die yak von lang yarns, diesmal in petrol aus dem hiesigen lieblings-wolllädchen. schönes garn mit einer tollen haptik:
"das garn ist nicht ganz so elastisch wie eine merino und auch etwas baumwolliger im griff, lässt sich aber schön und gleichmäßig stricken. allerdings ist die verzwirnung sehr offen, so dass man mit der nadel gerne mal den faden teilt, wenn man nicht aufpasst." (zitat aus meinem damaligen blogpost)
allerdings: je fester gestrickt wird, um so weniger ergibt sich das problem mit der verzwirnung und dem splitten beim verstricken. 
leider habe ich mittendrin mal kurz gepennt und prompt das abketten vor den ärmelzunahmen vergessen. gemerkt habe ich es erst, als ich den ausschnitt abketten wollte und doch mal die maschen nachzählte. tja....zurück auf los und leider ein paar tage verloren. der plan sieht nämlich vor, dass am nächsten freitag der kleine pulli zu seiner besitzerin kommt. was einfach bedeutet, dass ich heute und in den nächsten tagen noch ein paar konzentrierte strickzeiten einlegen werde. 

Donnerstag, 30. Oktober 2014

blog-rückblende oder: happy halloween


die hiesige kleine halloween-hexe ist schon 6 jahre alt (2008 an einem dunklen halloween-abend entstanden) und seitdem ist sie immer im herbst dabei: sitzt auf dem fensterbrett, dem sofa oder, wie in diesem jahr, bei der kleinen orchidee.
und immer noch ist das hexentutorial von purlsoho meine liebste puppen-anleitung, weil so einfach wie clever. für puppen, elefanten und ähnliche gewerke nehme ich gerne die schlichte soft merino von rödel. die ist für schmalen taler zu haben, bringt einiges an farben mit und ist qualitativ wunderbar dafür: robust ohne kratzig zu sein. bis auf die hexenhaare (mohair) und den orangfarbenen streifen im hut (ein rest sockengarn) ist es also eine kleine merino-hexe, die immer noch so jung aussieht wie am ersten tag.

an diesem halloween wird allerdings statt merino yak verstrickt. tolles zeug! und wenn ich nicht wieder vor lauter begeisterung den armausschnitt verpasse (so wie vorgestern. yak läßt sich aber auch hervorragend ribbeln), dann gibts auch bald wieder was zu zeigen.

Sonntag, 26. Oktober 2014

es ist ein elefant - mit quellen





schon im märz wurde mir ein kleiner elefant in meine facebook-timeline gespült: gehäkelt nach einer französischen anleitung. damit mir der kleine kerl nicht verloren geht, habe ich ihn auf meiner pinnwand geteilt und prompt vergessen. gsd hat sich ein guter freund von mir hier in wiesbaden prompt in ihn verguckt und für seine kleine nichte gehäkelt. somit gebührt ihm schonmal ein großer dank für das ausprobieren, testen und überhaupt (danke d.!)
und am letzten mittwoch gab es nun mal abends einen kleinen elefantenworkshop für mich bei ihm: ein unterhaltsamer abend außer haus, ich wurde hochherrschafltich bekocht und dann gings ans elefantenhäkeln. die grundlagen waren schnell erklärt (welche abkürzung bedeutet was und wie ist es gemeint in der ausgeschriebenen anleitung). und dann gings immer in runden rundherum.

ich hatte eine graue merino aus dem lager genommen und sehr fest verhäkelt. und da mir das prinzip mit den festen maschen nur so halb klar ist, habe ich prompt einen elefanten mit einem besonderen feature gearbeitet: er hat quasi häkelringel (da ich bei den festen maschen immer nur durch das hintere füßchen der maschen gehäkelt hab). gefällt mir aber sehr gut und deshalb blieb das so.
am ende des abends war ich schon fast an der stelle, wo der teil für den rüssel abgetrennt wird und dann geht es schon fast an die füße.

freitags beim meet to knit waren dann alle füße und der der rüssel dran. und ich hatte auch schon die ohren und die bauchdecke extra gehäkelt. dann muss nämlich erst mal gestopft werden.
und weil ich öfter danach gefragt werde: ich nehme als stopfwolle immer das innenleben der günstigsten ikea-kissen. hier steht immer eins rum mit aufgeschnittener ecke und damit werden julekule und alle anderen sachen bei bedarf gestopft. funktioniert prima.

nach dem stopfen wurde die bauchdecke eingenäht, die ohren positioniert und angenäht und mit stecknadeln die augen erst mal probeweise gesetzt. und da ich so viel spaß daran habe, ihn immer wieder anders gucken zu lassen, habe ich ihm die augen noch nicht aufgestickt. kommt noch...

inzwischen weiß ich auch, dass dieser spezielle kleine kerl eigentlich aus japan kommt und es die anleitung auf englischfranzösischdänisch und spanisch gibt. falls euch also die eine oder andere sprache mehr liegt, es gibt da eine menge möglichkeiten. zudem ist die anleitung richtig gut gemacht, mit bildern illustriert und man hat den dreh nach kurzer zeit schon raus. und das ergebnis ist einfach zu knuffig.

eigentlich wollte ich ihn ja gerne in rot häkeln, denn als kleines kind hatte ich einen roten elefanten (leider war nicht mehr genug rote merino da und extra was kaufen wollte ich dann doch nicht). aber wer weiß, es wäre ja auch eine kleine elefantenherde denkbar. und grundsätzlich sieht er sicher in jeder farbe großartig aus.

gehäkelter elefant von lchisachi cushima, ca. 60g soft merino von wolle roedel in hellgrau, nadel 3.5, gehäkelt vom 22.-24.10.2014

Sonntag, 19. Oktober 2014

von vielen büchern und noch mehr querbindern

die beute: herbstlektüre und der vorschau-stapel
ein erster blick in halle 3.0

leckereien und neues bei blv
meine messe-lieblinge: crafting in skandinavien und vor allem: island

ein blick sonntagmorgens kurz vor messebeginn auf die neblige agora

auch in diesem jahr war die buchmessenzeit ausnahmezustand bei mir: ich habe viel (arbeits)zeit auf der buchmesse verbracht (inkl auf- und abbau) und nach messeschluss erst mal drei tage lang wild entschlossen nichts getan.

da ich beruflich ziemlich eingespannt war, blieb nicht sooo viel zeit für erkundungsgänge und ausführliche stöbereien. die spärliche freie zeit auf dem messegelände habe ich aber dennoch nutzen können, um einen kurzen blick auf das strick-angebot der amerikanischen (eher enttäuschend) und der skandinavischen verlage (sehr klasse) zu werfen und um bei den big five der deutschen crafting verlage vorbeizuschauen. besonders nette termine hatte ich bei edition michael fischer, blv und gu und ich habe mich gefreut, sehr nette alte bekanntschaften wieder aufzufrischen und neue zu machen.

bei blv durfte ich auch gleich ein buch mitnehmen: das geniale schnellstricker-buch. die autorin hat einen strickladen in berlin, das knitknit und mir hat bei einem ersten blick besonders gut gefallen, dass sie ganz verschiedene garne von unterschiedlichsten herstellern verwendet. einen ausführlichen blick hinein samt vorstellung hier gibt es dann demnächst.
gu ist ja ganz frisch in den markt eingestiegen und mir haben schon die 4 grundlagentitel sehr gut gefallen. am stand durfte ich einen blick auf die titelplanung 2015 werfen. ein schönes programm, leider nicht so stricklastig (ohne jetzt zuviel zu verraten).

aber ganz oben auf meiner lieblingsentdeckungen-auf-der-buchmesse-liste standen die skandinavischen crafting-titel. besonders die isländischen ausgaben haben es mir da angetan.
allen voran ein buch, das sich ausschließlich mit gestrickten querbindern (also fliegen) beschäftigt (47 modelle!). das ist genauso kurios, wie es sich anhört. und ist zudem einfach schön. ich hoffe nun sehr, dass ein deutscher verlag diese lizenz kauft. alternativ suche ich islandreisende, die für mich ein exemplar importieren würden. ich hab mein herz an gestrickte querbinder verloren (die heißen wirklich so)!

so: nun habe ich euch viele, viele links zum stöbern eingebaut - viel spaß beim erkunden. 
leider hat mich pünktlich nach dem ganzen trubel eine entzündung im daumengrundgelenk ereilt. ziemlich schmerzhaft und dank bandage nun erst mal für eine woche ruhiggestellt. stricken klappt zwar, aber ich mach mal langsam. bleibt auch für mich mehr zeit zum lesen, stöbern und schmökern.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

red collar




das kleine spontanprojekt aus dem selbstgestrickt!-buch ist schon länger fertig gestrickt, aber erst seit vorgestern ist auch der kleine haken dran und alle fäden vernäht.
das stricken mit dicken nadeln schätze ich ja nur so halb: ab und zu macht es wirklich spaß, aber es bleibt immer eher ein projekt-stricken als ein prozess-stricken. immerhin hat es den vorteil, dass das ganze recht flott geht.

die anleitung ist ganz simpel und wenn man das drei-aus-einer-ding gemeistert hat (da gibt es aber auch eine kleine extra-zeichnung), kann einen auch nichts mehr aufhalten. außer man strickt vor lauter müdigkeit einfach mal zwei reihen linke maschen...

die butterweiche alpaka von bremont mit dem schönen namen elaine in diesem fantastischen rot kommt nicht so voluminös daher wie das originalgarn (es hat aber so eine nette stricklieselschnur-textur und ist ein echter hand- und halsschmeichler). somit habe ich mit einer kleineren nadel (9 statt 10) gestrickt und brauchte auch mehr maschen und reihen. aber das material und die farbe entschädigen sehr dafür. aber: irgendwann möchte ich es gerne noch mal mit einem dickeren garn versuchen.

kragen von susanne müller, aus: selbstgestrickt! 15 kleine projekte für einsteiger und strickfans, 80g elaine von bremont (100% alpaka), col. 916 (rot), nadel # 9, gestrickt im oktober 2015