Mittwoch, 17. Dezember 2014

quilt-post oder auch: mit quilt ist alles noch schöner






seit ich blogs lese und dabei, besonders in den amerikanischen blogs, immer wieder auch auf selbstgenähte quilts treffe, war das ein großer traum von mir: ein eigener quilt. aber bei aller träumerei musste ich der wahrheit einfach mal ins gesicht sehen: dass ich einen quilt selbst hinbekomme, würde so schnell nicht geschehen. zumal ich bereits nach ein paar minuten an der nähmaschine schon genervt bin. ganz zu schweigen vom vorbereiten, zuschneiden, heften, bügeln, stecken,...etc pp. also eher ein schöner traum, denn irgendwann mal realität. aber so ganz aufgeben konnte ich die idee auch nicht.

und dann, im letzten frühjahr, nahm das quiltprojekt ganz überraschend seinen anfang. und das ausgerechnet bei einem strick-event (passt ja wieder): dem tag der offenen tür bei michaela/wollfaktor.
rebekka und ich waren beide da und freuten uns sehr über das wiedersehen. als wir dann am nachmittag eigentlich gehen wollten, standen wir noch ganz lange an unseren autos und haben über dies und das gesprochen und schließlich übers quilten. und dass ich so gerne einen hätte für unser gästebett. und da kam einfach rebekkas angebot, mir einen quilt zu nähen. 

und nun sind der mann und ich stolze besitzer & hüter eines quilts. genauer gesagt: eines snake-trail-quilts, genäht von rebekkawas als sowieso schon tolles wahnsinns-angebot startete, ist nun zu einem ganz persönlichen wunschquilt geworden: er ist groß, dabei leicht, saugemütlich und einfach wunderschön.
ob auf der couch oder im bett, unterm quilt zu liegen, macht einfach glücklich. und gerade jetzt, an langen, dunklen abenden kann man es sich damit gleich nochmal so gemütlich machen.

zum beispiel so:
aber auch:


rebekka hat dafür fast 700(!) kleine stoffteilchen zusammengenäht, aneinandergesetzt und daraus ein quilt-top in rot-orange-gelb-pink tönen gezaubert, das mich absolut fasziniert: ich könnte stunden damit zubringen, die einzelnen stoffe, und wie sie zusammenspielen, zu studieren. der grundstoff ist cremefarben mit kleinen punkten und wurde auch für die rückseite verwendet.

der mann und ich finden ja, dass er für das gästebett viel zu schade ist, weswegen er nun im alltag immer da ist, wo wir gerade rumfläzen: auf der couch, im bett, auf dem sessel... und eigentlich wäre das allerbeste, jetzt noch ein wohnmobil oder einen vw-bus drumrum zu haben und damit die große tour zu starten - bis es soweit ist, können wir nun auf und unter dem quilt die pläne dafür schmieden.

rebekka - du bist die größte! vielen, vielen dank! (ich freu mich schon wie ein schnitzel auf den urlaub ab nächster woche: mehr zeit mit quilt! - das wird einfach großartig.)

Mittwoch, 10. Dezember 2014

socken gehen immer




wenn die anderen projekte festhängen oder zu groß fürs unterwegs stricken werden oder die strickerin ein kleines, übersichtliches projekt wünscht, dann empfiehlt es sich, immer eine angestrickte socke in petto zu haben. und natürlich geht sockenwolle immer. ist ja nur ein strang (oder auch: knäuel) und ein typisches "oh, was für hübsche farben, welch herrliche zusammensetzung und zudem auch nicht (so) teuer. ich möchte es sofort kaufen!"-ding. besonders letzteres führte schließlich im hiesigen wolllager zu einem geradezu inflationären vorkommen an einzel-socken-wollsträngen sowie einem intern, sehr strengen sockenwoll-kaufverbot (mit definierten ausnahmen natürlich ^^), das immer noch gilt.

im frühjahr allerdings habe ich wider besseres wissen und mit ein bißchem schlechtem gewissen bei den harlekinen vom regenbogenschaf zugeschlagen, doch bisweilen erfordern manche situationen gewisse maßnahmen. was also im märz mit einer liebe auf den ersten blick begann, wurde nun endlich auch zu einer tragfähigen beziehung ausgebaut: die spey valley socken sind fertig (yeah)!

dass es so lange dauerte, kann eigentlich nur an den rippen liegen, die ich einfach nicht gerne stricke. denn das garn, die farben und das endergebnis mag ich sehr (nachdem die erste version der spey valley socks von 2007 inzwischen den weg allen irdischen gegangen ist, wurde es wahrlich zeit für eine neue ausgabe)!

das nächste sockenprojekt steht übrigens schon in den startlöchern: nach dem letzten mystery-kal von regina satta zum jahresstart 2014 (rauer geist) wetze ich schon die nadeln für den neuen, der am 24.12. starten wird: inizio. im hiesigen sockenwolllager findet sich sicher noch was feines dafür.

spey valley aus: knitting on the road von nancy bush, 70g trekking 4-fach vom regenbogenschaf, col. harlekin #129, nadel 2.5, gestrickt vom 10. märz bis 30. november 2014

Montag, 8. Dezember 2014

neues aus der bunny-collection*: le petit bleu





wie es immer so ist: 
eigentlich sollte der pulli schon mitte november fertig sein und seine kleine besitzerin wärmen. doch mitte november war ich zwar mit dem stricken fertig, hatte allerdings keine zeit mehr rechtzeitig die nähte zu schließen, den knopf anzunähen und das ganze zu waschen. 
gestern gab es nun die nächste gelegenheit für eine pulliübergabe und diesmal war alles fertig und bereit.

vor fast drei jahren habe ich die erstausgabe des petite facile gestrickt und bereits damals hat mich die konstruktion begeistert: der pulli wird in einem strück gestrickt und verkürzte reihen sorgen an den armen für die passform. nach dem stricken sind nur noch die seitennähte zu schließen (die ärmelnähte kette ich nicht ab, sondern schließe sie mit dem three-needle-bind-off) und ein knopf anzunähen. 
und dann hat man einen wirklich hübschen, simplen pulli mit dem gewissen etwas. für den kuschligen winter-look sorgen diesmal die farbe (ein richtig schönes petrol) und ein rentier (quasi als hasenersatz*).

jetzt kann also der winter kommen und ich kann mir gedanken machen über das nächste teil der hiesigen bunny-collection. im freundeskreis kündigen sich schon die nächsten kleinen empfänger für das nächste jahr an. 

petite facile pullover von meghan jones, interweave knits winter 2011, grösse 2 jahre, 170g yak (50% yak, 50% merino) von lang yarns, col. 79 (petrol), nadel 4.5, gestrickt vom 25. 10. - 30. 11. 2014

*die bunny-collection ist die baby-collection bei la wollbindung. so benannt nach den hasenknöpfen, die möglichst immer auch dran sind. weswegen ich stets auf der jagd nach hübschen hasenknöpfen bin.

Dienstag, 2. Dezember 2014

oh, what a hat




just als hier die ersten kalten winde wehten (es riecht schon nach winter, selbst in dieser stadt der heißen quellen), wurde mir klar, dass ich unbedingt neue mützen brauche. am besten in einer gut kombinierbaren farbe und noch besser so schlicht, dass sie zu allen möglichen schals passen.

gedacht, geplant und zudem im stash was feines dazu gefunden: seit meinem ersten wollfaktor-besuch hatte ich hier noch einen strang mojo liegen. schön dick (bulky), 2-ply, 100m auf 100g in einem richtig schönen kaffeebraun. nachdem ich eine woche lang die ravelry-datenbank nach möglichen kandidaten durchsucht habe (mit hundert metern kommt man ja mützentechnisch leider nicht soooo weit), kristallisierte sich für die mojo das modell what von ankestrick heraus. die maschenprobe passte perfekt, die angegebene garnmenge (100m) machte hoffnung und samstag abend war es dann endlich so weit: der mann und ich guckten star trek und ich strickte das erste neue mützenmodell der saison. 
so schnell und schön kanns gehen: vom 103g-strang blieben 6g über - punktlandung würde ich sagen. und ab sofort dann kann ich die hiesigen schals und tücher mit neuer kopfbedeckung kombinieren.

what von ankestrick, 97g mojo von wollfaktor (100% merino) farbe: kaffeebraun, nadeln #5.5 und 6.0, gestrickt am 29. 11. 2014.

Sonntag, 30. November 2014

linstow-weh








jetzt ist es schon wieder vorbei...mein ganz persönliches jahres-end-strick-highlight: stricken in linstow.
das bedeutet volles haus (und das gutshaus in linstow ist so wunderbar und so unglaublich nett geführt), beste gesellschaft (neben lauter netten strickerinnen aus alles möglichen ecken deutschlands, hatte ich mit claudia und nina vom meet to knit perfekte reisegenossinnen), wunderbare wolle, schöne projekte und dazu die knuffeligsten galloway-rinder drumrum. das wetter war standesgemäß novembergrau, allerdings machte das überhaupt nix aus, denn beim stricken, schwätzen, fachsimpeln und viel lachen, war es einfach urgemütlich. 
wir wurden rundum gut versorgt mit leckerem essen, selbstgebackenen kuchen, richtig gutem kaffee, feiner wolle von yarn over berlin und aus privaten lagern und dazu gab es viel projekte, ideen und inspiration. kurzum: es blieben keine wünsche offen und ich bin zwar ohne stimme (weil dann doch erkältet), dafür aber absolut und ganz tief drin entspannt gestrickt zurückgekehrt. und leide nun an linstow-weh (ich könnt schon wieder).

stricken in linstow hat ja zudem den schönen effekt, dass man so richtig viel zeit dafür hat und neben einem fürchterlich geheimen test-strick (dazu gibts dann im januar hier im blog genaueres) konnte ich mein langzeit-projekt paulie mal wieder vorantreiben. und es ist kaum zu glauben, aber aktuell fehlen nur noch unten das bündchen und der kragen. könnte also noch was werden in diesem jahr...

und ich konnte endlich das lang gehegte projekt nuvem (oder doch eine sandbank?) auf eine sehr schöne grundlage stellen und habe von steffi eine wollmeise in lace ergattert. seit ich mich mal in claudias nuvem hüllen durfte, steht so ein tuch auf der inneren zu-stricken-liste. und zumindest das richtige garn liegt nun hier. 
und da ich mehr mützen brauche, durfte noch ein strang merino sport von the uncommon thread in der schönen farbe squirrel nutkin mit (gerade wälze ich ravelry für die perfekte anleitung).

und jetzt steht der advent vor der tür, ich muss mir endlich mal richtig gedanken über mögliche geschenke machen, habe viel, viel arbeit im büro, aber immerhin auch zeit für gemütliche sofa-strick-runden, weihnachtsmarktpläne und advents-bastel-termine. ich bin also ganz guter dinge, dass der sich weihnachtsstress in schach halten läßt.

in diesem sinne: euch allen einen schönen ersten advent und viel spaß bei allen weihnachtsstrickereien!

Montag, 17. November 2014

neues von arne & carlos






sie haben es wieder getan: arne und carlos, die beiden jungs, die ich seit ihren julekuler so toll und kultig finde. gerade ist bei topp ihr neues buch rausgekommen: norgestrikk - pullover und accessoires in traditionellen mustern. wie bereits die vorgänger zeichnet sich das buch auch diesmal durch viele, schöne fotos und collagen aus, die zeigen, wo die beiden ihre inspiration beziehen: alte postkarten, fotos, mustersammlungen und magazine. die bilder im buch sind wahre schatzkästlein mit so vielen liebevollen details. ich liebe es, darin zu schmökern.

dieses mal beschäftigen sie sich mit der stricktradition des setesdal (zum wikipedia-eintrag), ein tal in norwegen, in dem auch arnes großmutter lebte. und klar, dass es da vor allem um norwegermuster geht. aber auch ein bißchen lace (oder auch: ajour) ist dabei (das wurde traditionell bei strümpfen verwendet), ein projekt in patchwork-technik und ein bißchen doppelstrick.

fair isle oder eben auch norwegermuster sind mir als strickerin immer noch ein bißchen suspekt. zwar habe ich schon diverse julekuler gestrickt, aber so richtig im griff habe ich die technik einfach nicht. und ich scheue mich noch ein bißchen davor, größer einzusteigen.

eine meiner fair-isle-meisterinnen ist ja angela mit ihrem blog, die immer sie tollsten muster und farben kombiniert, teilweise ihr material selbst spinnt und das ganze mit einer leichtigkeit und professionalität strickt, die mich immer nur noch staunen läßt. da ist hier aber noch eine ganze menge luft nach oben.

nichtsdestotrotz musste ich das buch aber haben (und vielen dank an topp, die es mir als rezensionsexemplar zur verfügung stellten), denn wer weiß, wann hier mal der norwegerknoten platzt und wie schon gesagt, ist es schon als inspirations- und schmökerquelle ganz großartig. in neun kapitel werden neben dem verwendeten material und traditionen auch die verschiedenen ideen hinter den einzelnen projekten gezeigt: da gibt ein gewebter wandteppich die idee zu den handschuhen oder die traditionellen muster von lace-strümpfe werden zu einem cowl.

allerdings gibt es keinen technik-teil zum fair isle-stricken, da sollte man also schon so seine eigenen erfahrungen haben und leider, leider hat ausgerechnet der lace-cowl keinen chart (das fände ich persönlich besser, denn ausgeschriebene muster kann ich nicht leiden).

somit ein wirklich schönes buch, dass sich mehr an stricker mit erfahrung richtet, denn an anfänger. oder eben an die arne-und-carlos-fans, wie ich einer bin. ach ja und: der nächste streich der beiden ist schon in planung: haussschuhe!

norgestrikk. pullover & accessoires in traditionellen mustern. von carlos zachrison und arne nerjordet, 144 seiten. frech, 2014. 16,99 euro. isbn: 978-3-7724-6369-3

Sonntag, 16. November 2014

mit tollen farben gegen den grauen november: besuch im wollfaktor-atelier








seit ich im märz bei michaelas tag der offenen tür war, freue ich mich über jede gelegenheit in die nähe ihrer garne zu kommen. und besonders schön war das ganz private treffen in hamburg beim wollfest, nur so als strickerinnen und wollliebhaberinnen. da erzählte sie schon von der idee eines wollfaktor-ateliers, das einmal im monat die tore öffnet. wolle live statt nur online, sowas ist immer toll.
im oktober war es dann soweit, nur leider war ich da mit der buchmesse beschäftigt und ich konnte leider nicht. aber für den november habe ich es mir fest vorgenommen, dick im kalender eingetragen und alle widrigkeiten rigoros in den harz gekickt.
zwar stand hier am freitag noch der geburtstag einer guten freundin an und ich war nach einer fürchterlichen bürowoche ziemlich durch, aber dennoch fand ich die aussicht auf wolle in kölle viel verlockender als samstags schnöde auszuschlafen.
und besonders gefreut hat mich zudem, das lena samt f2 (der junge herr, der diese jahr mit den hosen bestrickt wurde) mit von der partie waren. wir packten uns morgens um halb neun also mit kind, wolle, bester laune und einem wochenendticket in die regionalbahn, genossen graue rheinsichten mit burgen und schiffen (und verpaßten - wie immer - die loreley. ich verpasse immer die loreley), strickten, bespaßten unseren quotenmann und hatten endlich mal wieder ausgiebig zeit zum quatschen.
vom kölner hauptbahnhof zum wollfaktor atelier ist es nur ein 2-stationen-sprung mit der s-bahn und michaela hatte sogar kuchen gebacken für ihre besucher. und die leuchtenden farben auf den tollen garnen bei ihr waren das beste kontrast- und wellness-programm zum grauen november vor der türe.
wir stöberten also in regalen und auslagen, ließen uns von den modellen vor ort gleich inspirieren, freuten uns über das kennenlernen (michaela und lena) und über das wiedersehen (michaela und ich und rebekka aus aachen kam sogar auch noch vorbei) und hattens einfach großartig. es wurde wolle gewickelt, kaffee getrunken und farben bestaunt und die zeit veging einfach viel zu schnell.
um 16h packten wir uns dann wieder in den zug und zockelten rheinaufwärts gen heimat. ganz vollgesogen mit tollen farben & ideen und wunderbare wolle im gepäck: bei mir durften 100g grau-beige (greige) luna mit für einen lujain (ich liebe diese qualität mit 45% seide seit dem be my angel) sowie einmal nana xl (150g!) in einem tollen russischgrün.

nach solchen "wolltagen" fühle ich mich immer ganz ausgeglichen und einfach gut. besonders schön ist es, einfach zeit für das beste hobby der welt zu haben und sich mit leuten auszutauschen, die diesselben leidenschaften pflegen. und ich glaube ja auch, dass f2 seinen spaß hatte. der robbte fröhlich durchs atelier und bestaunte mit uns all die schönen dinge.

kann ich also nur empfehlen: