Sonntag, 11. März 2018

zwei auf einen streich

der frühling nimmt anlauf - auch, wenn es heute hier eher grau und diesig war, zwitschern die vögel wie nicht recht gescheit, die kaninchen werden mit jedem tag munterer und die tage spürbar länger. nur die strickprojekte sind noch winterlich. mit dicker wolle und dicken nadeln.



trotz dicker wolle und nadeln #4.5 und #5 brauchte luoto, mein erstes projekt aus dem aktuellen laine #4 samt brooklyn tweed-garn-premiere, dann doch 2 wochen. eigentlich ist das ein schnelles gestrick mit schönem muster, doch irgendwie hat die arbeit mich mehr gefordert und ich war abends einfach zu platt für die letzten anderthalb mustersätze (gerade mal 18 reihen...). gestern nachmittag gab es jedoch einen wunderbaren stricknachmittag im lieblingswollladen (das handgemacht-wolle in wiesbaden) und es ist schon bezeichnend für meinen aktuellen zustand (zu viel arbeit), dass ich nullkommanull fotos gemacht habe. stattdessen habe ich einfach mal gestrickt. und zwar luoto fertig.

das besondere an luoto - eine schöne pudelmütze mit einem hübschen zopfmuster, das allerdings nicht wirklich gezopft ist, sondern mit zusammengestrickten und überzogenen maschen gestrickt wird, ist dabei auch das garn: quarry von brooklyn tweed. vor zwei wochen habe ich noch behauptet, dass quarry ein dochtgarn sei. tatasächlich sieht auf den ersten blick aus wie eines und entpuppt sich dann als 3-ply, dessen einzelstränge eher an sehr dünnes vorgarn erinnern:



das führt dann zu einem matten, eher unelastischen garn, das trotzdem in sich und im gestrick eine gewisse elastizität mitbringt. in der garnbeschreibung heißt es dann: "the result is a plump yarn that looks like a single ply and has greater tensile strength and stitch definition than a true unspun yarn." stimmt auch alles, allerdings riß es mir auch zweimal während des strickens, läßt sich aber auch  einfach und direkt wieder anfilzen.

beim heutigen ausflug in den grauen rheingau habe ich mir dann sowohl carbeth als auch luoto geschnappt.






ich habe immer noch keine ahnung, warum mich carbeth so umgehauen hat. der pullover ist einfach toll, toll, toll. und jetzt habe ich sogar einen eigenen, großartigen outdoor-pullover für kalte winter- oder auch gemütliche herbst- sowie graue frühlingstage, an denem man ohne jacke, aber mit dickem pulli raus kann. und das ganze aus guter lagerwolle. quasi ein win-win-win-projekt. 

den pulli an sich habe ich im februar beim startschuss ausführlich vorgestellt. was wirklich gut funktioniert hat, war das umdrehen der strickrichtung - vom kragen abwärts war für mich genau richtig. so konnte ich direkt hals- und armauschnitte an mir testen und ganz entspannt die gesamtlänge austüfteln. carbeth ist weit und kurz, da ich aber größer als das normalmaß bin, hätte ich sicherlich ständig daran rumgezupft bei der regulär angegebenen länge. jetzt hat er eine für mich gemütliche hüftknochenlänge. für alles andere / kürzere bin ich zu alt ;)

ach ja, bei der mütze hätte und sollte man noch aus dem restgarn einen pompom dranpacken. allerdings liebe ich meine (dank der auswahl hiesigen lieblingswollladen inzwischen drei) bommel-exemplare von aheadhunter und der bunte mit rostrot und graublau macht sich auch sehr schick, wie ich finde. 



carbethvon kate davies, 650g largo von lang yarns (30% schurwolle, 26% polyacryl, 24% viscose, 20% alpaka), col. 70 (braun-grau), nadel #6 und #7, gestrickt vom 17. februar bis 04. märz 2018

luoto, von tiina huhtaniemi, aus: laine magazin #4, 100g quarry von brooklyn tweed (100% targhee-columbia wolle), col. hematite, nadel #4.5 und #5, gestrickt vom 25. februar bis 10. märz 2018