Sonntag, 21. Januar 2018

wollbindung im museum: das stadtmuseum hornmoldhaus in bietigheim-bissingen

gleich mal vorweg: leute, fahrt nach bietigheim-bissingen! ob als tagesausflug, stippvisite oder verlängertes wochenende - es lohnt sich sehr, denn das städtchen ist ausnehmend hübsch, mit einer gemütlichen altstadt, wunderbaren fachwerkhäusern, mit kleinen cafés und lädchen.
und dazu gibt es noch bis zum 22. april eine ganz zauberhafte ausstellung im dortigen stadtmuseum, dem hornmoldhaus, die die herzen von uns allen höherschlagen läßt (ich gehe mal davon aus, dass alle, die hier lesen, sich fürs stricken oder auch allgemeiner für handarbeit interessieren) ;)


(c) hornmoldhaus, bietigheim-bissingen


und genau wegen dieser ausstellung habe ich mir am letzten donnerstag das rollköfferchen geschnappt, dazu laptop und ein 29 seiten-skript eingepackt, und bin - trotz orkan friederike* - mit dem zug in den süden gereist. das stadtmuseum hornmoldhaus hat mich nämlich angefragt, begleitend zur ausstellung einen vortrag zu halten, basierend auf dem thema, das daniela warndorf und ich im mai 2013 auf der re:publica behandelt haben: handarbeit und internet. wechselwirkungen, marktentwicklung, trends und nutzung. 

als die anfrage im letzten juli hier eintrudelte, war mir schnell klar, dass ich nach 5 jahren das ganze neu aufziehen musste. schließlich ist seit mai '13 und anfang '18 eine menge passiert. handarbeit ist noch viel sichtbarer im netz als damals. allein die ganzen facebook-gruppen, die letztes jahr gefühlt wie pilze aus dem boden schossen. oder auch immer umfänglicher werdenen trends, techniken und themen, die sich am markt durchsetzen: 2-farbiges patent, mosaik stricken oder die tollen mehrfarbigen socken von stine&stitch. vor 5 jahren sah das alles noch ein bißchen anders aus. 
ravelry hat nun 4.5 millionen nutzer mehr und auch die deutsche adaption der damals brandneuen great britisch sewing bee ist nach 2 staffeln wieder passé. flankierend dazu habe ich auch die kurze umfrage von damals wiederholt und war doch überrascht von den ergebnissen - die sind auf alle fälle noch einen weiteren blogbeitrag wert.

mit diesen überlegungen und noch etwas mehr hatte ich also meinen vortrag für den donnerstag abend geplant und der mann hat die weltbesten folien dazu gemacht.



damit ich mir selbst auf alle fälle noch die ausstellung ansehen konnte, war ich schon mittags vor ort. das hornmoldhaus, ein bürgerhaus aus dem 16. jhdt., das das stadtmuseum beherbergt, liegt dabei ganz zentral zwischen rathaus und schloss, ganz nah am marktplatz und in sichtweite der kirche. es zeigt schon von außen eine sehr beeindruckende fachwerkarchitektur. aber nochmal so schön ist es dann von innen, denn die komplette original-ausmalung war erhalten geblieben (unter mörtel und farbe sowie vergessen) und konnte aufwändig restauriert werden.
und in dieser außergewöhnlichen umgebung könnt ihr dann gleich im erdgeschoß die oben erwähnte, sehr umsichtig und mit viel liebe zum detail zusammengestellte ausstellung besuchen, die das thema macht handarbeiten glücklich - von der notwendigkeit zur selbstverwirklichung sowohl historisch als auch künstlerisch betrachtet. 



bei dem hasen-maßband samt nadelkissen war ich natürlich gleich nochmal begeisterter :) und hier unten gibt es strumpfgesetze! anhand der angeschlagenen maschen - die die lehrerin zu bestimmen hat  ;) - ergeben sich da die reihen für bündchen und schaft, aber auch die anzahl der abzunehmenden maschen an der wade. das müsste ich direkt mal ausprobieren, wenn ich denn kniestrümpfe stricken würde...



häkelkunst: kakteen, gehäkelt von valentina sobotta, valentinahaekelt.com
the fridge, ein komplett gestrickter(!) kühlschrankinhalt, samt wurstsammlung
von madame tricot, madametricot.ch
aber auch der weg in den ersten und zweiten stock lohnt sehr. hier ist die dauerausstellung zum haus und der stadt untergebracht, die ebenfalls sehr sehenswert ist. anschließend könnt ihr noch sehr entspannt im städtchen bummeln und dabei kaffee trinken, shoppen und skulpturen abbummeln (stichwort: skulptour) und noch mehr fachwerk bestaunen. 




abends fand sich dann trotz warnungen vom deutschen wetterdienst eine ganz großartige gruppe an zuhörerinnen ein. es war unglaublich herzlich, interessiert, offen und nach meinem vortrag waren wir direkt mittendrin in fachfragen zu anleitungen, mehrfarbigen stricken, guten tipps und ideen.  





an dieser stelle nochmal ganz herzlichen dank an die museumsleiterin frau ille-kopp und an laura spiegler, die mich anfragte, für die einladung ins hornmaldhaus und den herzlichen empfang und abend. und außerdem an all die tollen frauen, die sich am letzten donnerstag auf mein thema einließen. der ganze abend war ein perfektes beispiel dafür, wie handarbeit verbindet. und an alle, die hier nun mitlesen noch ein ganz herzliches willkommen hier im blog!

übrigens: meine instagram-story von dem tag ist als highlight über mein profil dort noch abrufbar.

SOWIE 
die umfrage bereite ich fürs nochmal extra auf - aber heute kommt erst mal besuch und dann will ich unbedingt noch das 2-farbige stricken weitertrainieren, denn da hab ich ja nun noch mal fadenspannungs-tipps bekommen ;)

*der woanders heftig wehte und mir lediglich einmal 30 minuten extra-wartezeit bescherte. echt glück gehabt.

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