Samstag, 24. Mai 2014

maitage in berlin - souvenirs


bücher statt wolle lautete diesmal das motto in berlin. während normalerweise das eine oder andere knäulchen als souvenir willkommen ist, und ich auch gerne in diversen wollläden stöbere, hatte ich dieses mal einfach keine lust dazu. zum einem habe ich bereits ein etwas zu umfangreiches wolllager zum anderen gibt es aktuell kein unbedingt-haben-woll-projekt, dass einen einkauf nötig gemacht hätte. lediglich die aktuelle knitscene hätte ich gerne gehabt. gabs aber nicht. nun denn, alles nicht wild.

stattdessen wollte ich unbedingt den buchladen am bayerischen platz besuchen, und zwar wegen eines artikels im börsenblatt: eine glücksmaschine, der mich neugierig machte. mag ich doch kleine, individuelle buchläden mit schöner auswahl, die zum stöbern einladen und mich mit ihrem angebot zum kaufen & lesen verführen. außerdem brauchte ich noch ein geschenk zum muttertag. und das sollte ein buch sein. diese besondere buchhändlerin, frau fritsch-weith schien mir da genau die richtige für einen guten tipp.

und so stand ich dann an diesem dienstag nachmittag in berlin in der buchhandlung am bayerischen platz und konnte eine wunderbare frau und buchhändlerin kennenlernen, die mir mit sicherer hand und viel, viel wissen um ihr angebot wunderbare bücher empfahl - und ich hätte noch viel mehr kaufen können, als nur die drei, die es dann wurden. mit ihrer art über das jeweilige buch zu sprechen, machte sie sofort lust darauf und es spricht für sich, dass ich für mich zwei titel kaufte, die normalerweise überhaupt nicht in meinem beuteschema liegen: kurzgeschichten und eine novelle. und jetzt, nach der lektüre, weiß ich immer noch, dass es die richtige entscheidung war, meine persönliche lese-komfortzone zu verlassen und ich diese bücher als bereicherung empfinde. 



das klingt nun fürchterlich pathetisch. ist aber gar nicht so gemeint. doch meine eigene lesergeschichte hat mich gelehrt, dass es nicht jedes buch wert ist, einen platz auf den acht metern buchregal zu finden, die ich meinen büchern hier in der wohnung zu verfügung stelle. ich bin inzwischen eine ziemlich zickige leserin. 
als kind habe ich unglaublich viel gelesen. ich glaube, meine mutter war zwischenzeitlich ein wenig verzweifelt, ob der massen an schneiderbüchern, die meine schwester und ich verschlungen haben. als teenager konnten die bücher nicht dick genug sein. je mehr wälzer umso besser. und auch im studium ging es so weiter. hilfreich dabei war der studentenjob in der buchhandlung. hier kam man prima an leseexemplare und außerdem gabs immer empfehlungen von den kollegen, zufallsfunde beim einräumen der ware oder im kundengespräch.
ich habe gut 25 jahre mit sehr vielen büchern gelebt. dann kamen ein paar umzüge und ein wasserschaden im altbaukeller, der mich einige meiner bücher kostete. aber ich merkte daran, dass ich nicht jedes buch, das ich mal gelesen habe, auch besitzen muss. außerdem hatte ich immer öfter schon allein beim lesen der klappentexte einer neuersscheinung das gefühl, das ich das alles schon kenne. 
heute also nur noch acht meter bücherregal sowie ein ausweis der frankfurter stadtbibliothek und nur noch etwa 20 bücher als lektüre pro jahr. damit zähle ich immer noch - statistisch gesehen - zu den viellesern. allerdings lese ich deutlich weniger als früher, freue mich aber umso mehr über diese besonderen schätzchen, die man nicht alle tage findet. 



während ich nun in berlin einen neuen lieblingsbuchladen habe, ist das grober unfug in der torstrasse schon länger mein verlässlicher stützpunkt für die beste comic- und graphic-novel-versorgung. und auch das patensöhnchen wird schon herangeführt an die bunten bildergeschichten.


und das beste: in 10 tagen geht es wieder nach berlin. diesmal beruflich, aber ein besuch am bayerischen platz und in der torstrasse sind trotzdem fest eingeplant.

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